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Archäologische Staatssammlung München, Abt. Numismatik

Himbselstraße 1
80538 München

Telefon: + 49 89 12599691 22
Fax: + 49 89 12599691 99

Website: www.archaeologie-bayern.de

In der Numismatischen Abteilung werden über 5.000 keltische Münzen aufbewahrt. Damit verfügt die Archäologische Staatssammlung über die größte Spezialsammlung zu Keltischen Münzen deutschlandweit.

In der Mehrheit handelt es sich bei diesem Bestand um Fundmünzen aus dem keltischen Oppidum von Manching b. Ingolstadt, die in den letzten 70 Jahren bei Ausgrabungen zutage kamen. Hinzu kommen Gold- und Silbermünzschätze mit jeweils mehreren hundert Münzen, die in Bayern in den Jahren 1980 bis 2000 entdeckt und erworben werden konnten. Sie sind in der Dauerausstellung in München und in den verschiedenen Zweigmuseen zu sehen. Umfangreiche Münzbestände liegen auch aus den keltischen Siedlungen von Egglfing b. Regensburg und Stöffling a. Chiemsee vor, die ein eindrucksvolles Bild zum spätkeltischen Geldumlauf in Bayern geben. Eine Ergänzung des Sammlungsbestandes bieten weitere keltische Münzen aus dem europäischen Ausland.

Die bis 2020 im Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung in Neuburg a. d. Donau in einem eigens dafür eingerichteten Raum ausgestellten keltischen Münzen der Sammlung Joseph Schörghuber können aufgrund einer Generalsanierung des Schlosses derzeit nicht gezeigt werden. Seit 2003 ist im Kelten Römer Museum Manching der bei Ausgrabungen der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Institutes (Frankfurt am Main) 1999 entdeckte, knapp 500 boische Goldmünzen umfassende Schatzfund ausgestellt.

Zur Abteilung in München gehören außerdem weit mehr als 2.000 Gipsabgüsse von keltischen Münzen aus verschiedenen Sammlungen und Museen, die der Kelten-Numismatiker Rudolf Paulsen in den 1930/40 Jahren während seiner Reisen durch Deutschland und Osteuropa angefertigt hat. Von Bedeutung für die Münzherstellung ist auch eine Sammlung von keltischen Werkzeugen (Schmelzformen, Schmiedewerkzeuge, Münzstempel, Patrizen und Punzen).
 

Forschungsschwerpunkte

Ein Schwerpunkt in den letzten zwei Jahrzehnten war das Sammeln und Dokumentieren von keltischen Münzwerkzeugen. Neben Originalfunden, die bei Ausgrabungen in Bayern zutage kamen, geht es auch um eine europaweite Dokumentation von Werkzeugen, die man in keltischen Münzwerkstätten benutzt hat. Das Ziel dieses Sammelns besteht darin, ein genaueres  Bild zu den Arbeitsabläufen in solchen Werkstätten zu erhalten. Begleitend hierzu werden auch Materialuntersuchungen und Experimente durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung eines Corpus zu den keltischen Münzwerkzeugen für Mitteleuropa. Hierzu wurden bereits mehrere Forschungsreisen unternommen.

B. Ziegaus, Celtic workmanship and die production in the West and the East. In: M. Paz García-Bellido, L. Callegarin, A. Jiménez Díaz (Hrsg.) Barter, money and coinage in the Ancient Mediterranean (10st-1st centuries BC). Anejos de AESPA LVIII (Madrid 2011) 289–299.

B. Ziegaus, Die Werkzeuge der keltischen Münzmeister – Funde und Forschungen. In: M. Alram/H. Emmerig/R. Harreither (Hrsg.), Akten des 5. Österreichischen Numismatikertages Enns, 21.–22. Juni 2012. Forschungen Lauriacum 15 (Enns 2014) 3–29.
 

Vorgänger:

1960–1984 Prof. Dr. Hans-Jörg Kellner
 

Publikationen zur keltischen Numismatik (Auswahl):

R. Gebhard, B. Ziegaus, Erinnerungen an Hans-Jörg Kellner. Hans-Jörg Kellner und die Keltische Numismatik. Bayer. Vorgeschichtsblätter 80, 2015, 227–232.

H.-J. Kellner, Die Münzfunde aus Manching und die keltischen Fundmünzen aus Südbayern. Die Ausgrabungen in Manching 12 (Stuttgart 1990).

M. Nick, Gabe, Opfer, Zahlungsmittel. Strukturen keltischen Münzgebrauchs im westlichen Mitteleuropa. Freiburger Beiträge zur Archäologie 12 (Rahden/Westf. 2006).

B. Overbeck, Keltisches Münzwesen in Altbayern. Jahresber. Stiftung Aventinum Heft 9/10 (Abensberg 1996).

B. Overbeck, Neuses a. d. Regnitz. Ein spätkeltischer Münzschatz aus Oberfranken. Abh. und Bestandskat. der Archäolog. Staatsslg. 2 (München 2016).

J. Schulze-Forster, Die latènezeitlichen Funde vom Dünsberg. Ber. d. Komm. f. Archäolog. Landesforschung in Hessen (Rahden/Westf. 2015).

D. Wigg-Wolf, Coins and ritual in Iron Age and early Roman sanctuaries in the territory of the Treveri. SFMA 20 (Mainz a. Rhein 2005) 361–379.

B. Ziegaus, Zum Beginn des keltischen Münzumlaufs in Bayern. Gallische Philipper-Nachahmungen und frühe südbayerische Kleingoldprägungen. Bayer. Vorgeschichtsbl. 75, 2010, 119–138.

B. Ziegaus, Kelten Geld. Münzen der Kelten und angrenzender nichtgriechischer Nachbarvölker. Sammlung Christian Flesche (München 2010).

 B. Ziegaus, Introduction; Kelten. In: Survey of Numismatic Research 2008–2013. Intern. Assoc. of Professional Numismatists. Spec. Publ. 16 (Roma 2015) 2–4; 244–277.
 

Herausgeberschaft und Fachgutachten:

Ausstellungskataloge der Archäologischen Staatssammlung München

(Monographische Vorlagen von Sammlungsbeständen)

Bayerische Vorgeschichtsblätter

(mit Beiträgen verschiedener Autoren zur keltischen Münz- und Geldgeschichte)


Fachgutachten für Bayerische Vorgeschichtsblätter, Notae Numismaticae-Zapiski Numizmatyczne, Numismatische Zeitschrift (Wien) und Revue Belge de Numismatique.
 

Partner

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege München 

Bibracte - Le Centre archéologique européen, Glux-en-Glenne

Kelten Römer Museum Manching
 

Fundmünzenpflege

Archäologische Staatssammlung München (Dokumentation von keltischen Fundmünzen und Münzwerkzeugen aus Bayern)